Armutsbetroffene Menschen versorgen

Armut macht krank und einsam. Sie grenzt betroffene Menschen aus und ist oft mit Scham behaftet. Armut schwächt nicht nur Einzelne, sondern die Gesellschaft insgesamt. Die Versorgung armutsbetroffener Menschen liegt wiederum in der gesellschaftlichen Verantwortung.

Die Inflation und insbesondere die Teuerung bei Lebensmitteln stellen ein enormes Problem dar. Vor allem für jene rund 1,5 Millionen Menschen in Österreich, die armuts- oder ausgrenzungsgefährdet sind. Fast ein Viertel davon sind Kinder und Jugendliche.

Immer mehr Menschen sind von Ernährungsunsicherheit betroffen: Sie haben keinen ausreichenden Zugang zu Lebensmitteln und können sich nicht angemessen, geschweige denn gesund und ausgewogen ernähren. Mittlerweile können sich rund 7 % der Menschen in unserem Land nicht jeden zweiten Tag eine Hauptmahlzeit leisten.  

Versorgung in einer Sozialeinrichtung

Bedarf an Versorgung steigt

Der zunehmende Bedarf an kostenloser Lebensmittelhilfe übersteigt die Kapazitäten der Hilfsorganisationen – und wirkt sich direkt auf die Versorgung für armutsbetroffene Personen aus. 

Mehr als 85.000 armutsbetroffene Menschen hat Die Tafel Österreich im Jahr 2025 kostenfrei mit rund 1.500 Tonnen geretteten Lebensmitteln versorgt. Es könnten noch deutlich mehr sein – doch während die Nachfrage weiter massiv steigt, bremsen wachsende Komplexität, Aufwand und Kosten die notwendige Ausweitung der kostenfreien Lebensmittelhilfe.

Gleichzeitig landet in Österreich rund eine Million Tonnen Lebensmittel im Müll. Armuts- und Wegwerfgesellschaft liegen nah beieinander. Mit dem richtigen Know-how und einer funktionstüchtigen Logistik können Lebensmittel aber dort ankommen wo sie hingehören: im Magen statt im Müll.

Wussten Sie, dass …

  • 17,5 % der österreichischen Bevölkerung – 1.555.000 Personen – armuts- oder ausgrenzungsgefährdet sind?
  • etwa ein Viertel davon Kinder und Jugendliche ausmachen?
  • mehr als 400.000 Menschen hierzulande von Ernährungsarmut betroffen sind?
(Quelle: Statistik Austria)
Versorgung mit zubereiteten Speisen in einer Sozialeinrichtung

Armutsbetroffene: Versorgung über Sozialeinrichtungen

Dafür arbeitet Die Tafel Österreich mit Sozialeinrichtungen in ganz Österreich zusammen, die professionelle Sozialarbeit anbieten. So unterstützen wir einen gesamtheitlichen Ansatz, um Menschen Wege aus der Armut zu ermöglichen. Die Sozialeinrichtungen erhalten die Lebensmittel kostenfrei und geben sie an ihre Klient:innen weiter. Mit dem Martin-Haiderer-Preis, den wir 2024 erstmals vergeben haben, holen wir diese wichtigen Partner:innen vor den Vorhang.

Lebensmittel sind mittlerweile zu einem ganz wichtigen Angebot unserer Einrichtung geworden – viele Menschen kommen ausschließlich deswegen. Einmal die Woche verkochen wir die Lebensmittel, die wir von der Tafel Österreich bekommen – das sind nämlich meist auch die besseren und schöneren – gemeinsam.“

Ilse Gstöttenbauer (Geschäftsführerin von LOGIN – Verein zur Gesundheitsförderung und sozialen Integration)