Rund 130 Teilnehmer:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialbereich, Politik und Zivilgesellschaft kamen am 19. Mai 2026 beim ersten Allianz Summit der „Allianz gegen Lebensmittelverschwendung und Armut“ in Wien zusammen. Mittels Keynotes, World Café und Podiumsdiskussion wurden relevante Entwicklungen erörtert und Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung und Ernährungsarmut diskutiert.

Am 19. Mai 2026 fand im SkyDome in Wien der erste Allianz Summit der neu gegründeten „Allianz gegen Lebensmittelverschwendung und Armut“ statt. Rund 130 Teilnehmer:innen aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Sozialbereich, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft folgten der Einladung der Die Tafel Österreich, um gemeinsam Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung und Ernährungsarmut zu entwickeln.

Eröffnet wurde der Summit von Geschäftsführerin Alexandra Gruber. Sie betonte das große Potenzial der neuen Allianz und ihren ganzheitlichen Ansatz: Maßnahmen zur Lebensmittelabfallvermeidung und Umverteilung von Überschüssen an karitative Organisationen werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette unter sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten gemeinsam gedacht und umgesetzt.

Bereits mehr als 40 Unternehmen, Verbände, Städte und Gemeinden haben sich der Allianz angeschlossen, um durch Zusammenarbeit mehr Wirkung zu erzielen.

Internationale Perspektiven lieferten die beiden Key Notes des Tages: Martin Frick vom UN Welternährungsprogramm (WFP) beleuchtete die globalen Zusammenhänge unserer Ernährungssysteme und zeigte auf, welche weltweiten „Schocks“ (Covid-Pandemie, Ukraine-Krieg, Schließung der Straße von Hormus) diese in den vergangenen Jahren in ihren Grundfesten erschüttert haben. Weltweit leiden dadurch so viele Menschen wie nie zuvor – mehr als 670 Millionen – unter Ernährungsarmut.

Selbst in Österreich sind 1,1 Millionen Menschen von Ernährungsunsicherheit betroffen, in der EU sind es 33 Millionen, wie Ignazio Corrao von der European Food Bank Federation (FEBA) in seiner Key Note hervorhob. Gleichzeitig wird weiterhin rund ein Drittel aller Lebensmittel verschwendet. Er sprach zudem über aktuelle Entwicklungen auf EU-Ebene und neue Chancen zur Reduktion von Lebensmittelabfällen.

Im Anschluss nutzten die Teilnehmer:innen die Gelegenheit zum intensiven Austausch: An 14 World-Café-Tischen wurden Themen wie Kreislaufwirtschaft, Ernährungsarmut, Landwirtschaft, Handel, Gemeinschaftsverpflegung, SDGs und Konsument:innenverhalten diskutiert. Die große fachliche Vielfalt sorgte dabei für neue Perspektiven und innovative Lösungsansätze. 

Den Abschluss bildete eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion zum Thema „Ganzheitliche Nachhaltigkeit – Fakt oder Fiktion?“. Unter der Moderation von Karin Bauer diskutierten Martin Frick (WFP), Alexandra Gruber (Die Tafel Österreich), Markus Hollendohner (FSW), Karin Huber-Heim (Circular Economy Forum Austria), Hanni Rützler (futurefoodstudio) sowie Johannes Tintner-Olifiers (EY denkstatt) über die Frage, wie ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Erfolg gemeinsam gelingen können.

Ein zentrales Fazit des Abends: Um komplexe Herausforderungen wie Ernährungsarmut, Klimawandel und Ressourcenverschwendung nachhaltig zu lösen, braucht es systemisches Denken, langfristige Strategien – und Zusammenarbeit über alle Bereiche hinweg. Gleichzeitig wurde deutlich: Jede:r Einzelne kann mehr Einfluss auf Ernährung, Klima und gesellschaftliche Entwicklungen nehmen, als oft angenommen wird.