Aufgetischt

Lebensmittel retten. Armut bekämpfen. Gemeinschaft stärken. Im Caritas Integrationshaus in Innsbruck wird Lebensmittelhilfe mit sozialräumlicher Arbeit verknüpft und bewirkt so weit mehr als reine Versorgung.

Eingereicht von: Integrationshaus der Caritas Tirol

Das Projekt „Aufgetischt“ im Caritas Integrationshaus in Innsbruck verbindet Lebensmittelhilfe mit sozialer Teilhabe, Bildung und Integration. Im Zentrum steht die Nutzung geretteter Lebensmittel, die in Kooperation mit der Tafel Österreich sowie regionalen Partnern bezogen werden. Die Lebensmittel werden nicht nur ausgegeben, sondern aktiv in gemeinschaftliche Formate eingebunden. Das Angebot richtet sich an Bewohner:innen des Integrationshauses sowie an Menschen aus der Nachbarschaft, dem Stadtteil und darüber hinaus.

Lebensmittelhilfe wird dabei bewusst niederschwellig gestaltet und als Ausgangspunkt für Begegnung genutzt. Regelmäßige Mittagstische schaffen Räume, in denen unterschiedliche Menschen zusammenkommen, gemeinsam kochen und essen. Die Verantwortung liegt nicht bei der Caritas als zentrale Stelle, sondern wird von wechselnden Teams aus Bewohner:innen, Freiwilligen und Initiativen getragen. Dadurch entstehen kulturelle Vielfalt, Austausch und ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl.

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Bewusstseinsbildung. Lebensmittel werden nicht nur konsumiert, sondern in ihrem Wert sichtbar gemacht. Gespräche über Herkunft, Verarbeitung und Nachhaltigkeit sind fixer Teil der Praxis. Ergänzend dazu bestehen Angebote wie Hochbeete, eine Abgabestelle für solidarische Landwirtschaft und interne Verteilungsstrukturen, die Selbstwirksamkeit fördern und Versorgung mit Bildung verbinden.

Innovativ ist die Verbindung von Lebensmittelhilfe mit sozialräumlicher Arbeit. Aktuell werden zusätzlich zweite Wahl Lebensmittel aus der regionalen Landwirtschaft bezogen und auch an andere soziale Einrichtungen weitergegeben. Das Integrationshaus übernimmt dabei eine koordinierende Rolle und schafft ein Netzwerk, das über die eigene Einrichtung hinaus wirkt.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass Lebensmittelhilfe weit mehr bewirken kann als reine Versorgung. Sie schafft Begegnung, stärkt Teilhabe, fördert Gesundheit und unterstützt Menschen in belastenden Lebenssituationen, ohne ihre Würde zu beeinträchtigen. Gleichzeitig ist das Modell einfach übertragbar, da es auf bestehenden Strukturen, Kooperationen und lokalen Ressourcen aufbaut.

 

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